Mabon 2025 – Erzählung
Drei «GästInnen» haben mich beehrt – nicht nur zum Event, sondern gleich für mehrere Tage.
L. und R. vom 18. – 24.09. und G. vom 21.-28.09.
Irgendwie war der Wurm drin. L. und R. hatten bereits Schwierigkeiten, das gebuchte Parkhaus am Flughafen Frankfurt/Hahn zu finden. Kurzerhand nahmen sie dann Parkdeck 3 – die Zeit drängte. Es gab keinen Direktflug nach Santiago de Compostela, also hatten sie den günstigen Flug über London Stansted gebucht, mit einem Aufenthalt von 2 Stunden (es braucht übrigens seit April 2025 eine vorherige Registrierung in UK und den Reisepass).
Der 1. Flug hatte bereits Verspätung. Zarte 40 Minuten, die bereits das Zeitfenster ordentlich schmälerten. Kaum gelandet hetzten die beiden über den riesigen Flughafen zum Anschlussflug. Sie mussten wirklich laufen! Neu einchecken, neue Sicherheitskontrolle. Chaos am Flughafen – etliche Flüge hatten dort ebenfalls Verspätung, weil wohl Trump durch eine Visite am selben Flughafen alles durcheinanderwirbelte. Das beruhigte die beiden zunächst. Dann würde auch ihr Flug später starten. Doch leider leider…. Kaum waren sie am Gate: Geschlossen. ÄCHZ… Alles umsonst – Und jetzt?
Sie nahmen sich ein Taxi zum nächsten nicht ganz so überteuerten Hotel und buchten den nächsten Flug für den nächsten Abend. Abflug um dieselbe Zeit. 21.40. Ich hatte derweil bereits vor dem Flughafen in Santiago gewartet, hatte all die Zeit mitgefiebert und fuhr erst einmal wieder unverrichteter Dinge nach Hause zurück. Es war ein Uhr als ich müde ins Bett fiel.
Auch am nächsten Tag, trotz genügend Zeit davor gab es Aufregung. Sie hatten bereits im Flugzeug gesessen, als ein Gast einen Herzinfarkt hatte und der Notarzt kommen musste. Alle Gäste hatten das Flugzeug wieder zu verlassen und die beiden mussten zwei Stunden stehend warten, bis es weiter ging. Es war wirklich der Wurm drin. Bis sie wieder sicher im Flugzeug sassen. Ich wartete diesmal mit dem Losfahren zum Flughafen bis sie mir die Mitteilung gaben, dass die Maschine rollt – hhh. Ich brauchte mit dem Auto ungefähr so lange, wie ihr Flug ging. Also würde das reichen.
Das ganze hatte aber natürlich wie immer auch etwas Gutes: Sie hatten in London Begegnungen mit so herzlichen Menschen, dass sie mir später begeistert von allen berichteten. Sie hätten sie wahrscheinlich ohne ihre Offenheit, im Ungewissenen unterwegs zu sein, nie kennengelernt – sie waren in gewisser Weise zu Pilgern geworden.
Auch G., die von Basel aus einen Direktflug hatte, bekam bei ihrer Anreise Schwierigkeiten: Eine Frau hatte sich vor den Zug gestürzt. G. hätte den Flug niemals erwischt, da normalerweise die Zuggäste den Zug nicht verlassen dürfen. Aber sie organisierte kurzerhand einen Freund in der Nähe, der sie abholen kam und weiter zum Flughafen brachte. Zwingen kann man die Menschen natürlich nicht, zu bleiben.
Irgendwann waren wir dann glücklich vereint – ich hatte alle meine «Flöhinnen» zusammen – hhh.


Am Abend vor unserem Mabon-Ritual gingen wir auf Kräutersuche. Wir suchten uns Schutzpflanzen und solche, die Verbindung, Harmonisierung und Ausgleich fördern: Efeu, Farn, Königskerze, Nachtkerze und Lorbeer. Zurück am Haus setzten wir uns erst einmal noch etwas in die warme Abendsonne und genossen den Moment, während ich die Pflanzen vorstellte und ihre Wirkung vortrug. Anschliessend legten wir die Pflanzen in Wasser ein und stellten sie auf das Dach des Autos, damit die Nacht ihr Werk vollbrachte (Die Wirkstoffe sanft ins Wasser übertragen).
Es läuft ja nichts ohne kleine Pannen. Am nächsten Morgen fuhr ich mit dem Auto Brötchen holen und vergass unser «Weihwasser». Aber es überlebte, wenn auch nur noch mit der Hälfte – hhh.
Die Wanderung
Nachdem ich das vollgepackte Auto am Faro abgestellt hatte, machten wir uns nachmittags von den gegensätzlichen Startpunkten zu fuss auf und trafen uns in der Mitte am Playa Mar de Fóra, an diesem wunderschönen, wilden «Sonnenuntergangsstrand» von Fisterra. Von dort aus wanderten wir über den Berg Richtung Faro. Unterwegs blieben wir immer wieder stehen, um die ein oder andere Pflanze zu bewundern, zu begutachten oder zu bestimmen. Das Wetter war uns hold. Es war nicht sehr heiss, aber die Sonne schien und wärmte uns. Ein paar Wolken zogen vorbei, doch gegen Abend war der Himmel wolkenlos. Unterwegs machten wir Rast an einer Bank. Dort empfing uns ein kleines Blütenmeer :-). Wir vertilgten unser mitgebrachtes Picknick und nahmen uns vor, auf einen der grossen Findlinge zu klettern, um den Totalüberblick über alle Seiten zu bekommen. Die einzige, die sich traute, war R. ;-).

















Bald schon eröffnete sich der Blick von oben über das weite Meer und den Faro, der an der Spitze einer kleinen Landzunge tront. Unten angekommen hatten wir Zeit ganz nach vorne an den äussersten Spitz zu gehen und über die grossen Steine zu klettern. Vielleicht möchten wir lieber von hier aus dem Sonnenuntergang zusehen? Wie so viele andere, die bereits auf den Steinen um uns herum Platz genommen hatten? Hier musste auch der alte Sonnen-Tempel der Kelten gewesen sein. Eigentlich der perfekte Ort. Aber für das Ritual wäre es zu umständlich gewesen, alles über diese grossen Steine zu schleppen. Also entschieden wir, zum Auto zu gehen und uns an dem vorgesehenen Plateau einzurichten, von wo aus der Sonnenuntergang über dem Meer ebenfalls zu sehen war.





Das Plateau war menschenleer. Der Platz war richtig. Wir schmückten den Altar mit den mitgebrachten Gaben. Wir machten den kleinen Kohlegrill an, um darauf später zu räuchern. Und dann war es so weit. Die Sonne verschwand eindrücklich und prächtig hinter den Wolken am Horizont, die die letzten Strahlen hindurchliessen und auf dem Wasser spiegelten. Dieser Moment bedurfte keiner weiteren Worte.





Danach ehrten wir gemeinsam die Gaben der Natur, bedankten uns, weiteten unseren Dank auf unsere Ahnen und Ahninnen aus, baten um Ausgleich auf allen Ebenen – in uns und um uns herum – und schlossen mit einem Vergebungsritual ab. R. machte ein Verbindungsritual mit der Erde und den Energien. L. sang ein wunderschönes Mandra. Umhergrasende Ziegen kamen in unsere Nähe. Wir wuschen unsere Hände und das Gesicht mit dem mitgebrachten Weihwasser. Der Moment war perfekt. Danach warf jede für sich ihren Stein ins Meer und verabschiedete damit das, war sie nicht mehr brauchte.
Da es ziemlich kalt wurde und unser Mini-Feuer und der heisse Tee nicht lange vorhielten, packten wir in der Dunkelheit alles zusammen, fuhren zurück nach Hause, wo uns die Kürbislasagne erwartete. Wir sassen noch lange gemütlich am Tisch zusammen und tauschten uns weiter über das gerade Erlebte und über das Leben im Allgemeinen aus. Wer wollte, zog sich noch eine Karte aus meinen Kartendecks «innere Stimme» oder «Göttinnen». L. hatte mich bereits am Tag davor um eine Lenormand-Legung gebeten. Auch hatte jede ihre Namensrune bekommen, die ebenfalls eine tiefe Bedeutung hat und die Verbindung zu den einzelnen eigenen Pflanzen, Tieren, Steinen, Düften etc. aufzeigt.
Das Morgenritual





Am nächsten Morgen gingen wir an den nahegelegenen Strand im Osten und machten unser Sonnenaufgangs-Ritual (s. Einladung Mabon). Ausserdem hatte jeder für sich einen Wunsch für die Zukunft auf einen Zettel geschrieben. Diesen vergrub jeder jetzt am Strand. Möge dieser langsam wachsen.
Und nun hiess es erst einmal gut frühstücken, Picknick für den heutigen Ausflug vorbereiten und gemütlich in den Tag starten.
Ausflug zur Schaukel
Der Startpunkt ist eine Quelle, die mit einem alten Waschplatz umfasst ist. Die Spanier haben unter alten Eichen mehrere Holzsitzplätze aufgestellt, wo wir uns vornahmen, bei der Rückkehr zu picknicken. Dieser Platz ist bereits sehr berührend – umgeben von einem Bachlauf mit glasklarem sprudelnden Wasser, dass sich weiter unten in kleinen Wasserfällen neben einem alten verfallenen kleinen Gebäude, das früher einmal eine Mühle gewesen sein musste, verliert.
Diesen Bach würden wir wiederfinden – er zieht sich durch einen mystischen, schon fast verwunschenen alten Wald mit Efeu, Flechten und Moos, bis hin zu einem grossen See, der unserer Sicht jedoch hinter riesigen Torbögen (eine alte Brücke) verborgen bleibt.
Hier kamen wir dann an – bei der Schaukel… Ein altes Brett, dass an zwei sich verdrehenden festen Stricken an den Arm einer alten Eiche gebunden worden war.
Ach wie herrlich, sich fast bis über das Wasser schwingen zu lassen. Das ist Leben!!!







Abschied
R. und L. mussten bereits am 24.09. wieder zurück. Wir fuhren nach einem letzten gemeinsamen Frühstück alle vier los. In der Nähe des Flughafens gönnten wir uns noch einen Kaffee in dem nahegelegenen Restaurant und verabschiedeten uns bereits kurz darauf vor der Abflughalle. Es war traurig. Wir waren in den Tagen zusammengewachsen. Eine tiefe, innige Verbindung war entstanden. Und diese darf immer bleiben. Das tröstet ein wenig.
G. und ich gingen danach noch für einen Stadtbummel nach Santiago de Compostela. Und R. und L. berichteten uns, dass diesmal alles reibungslos klappte und sie wohlbehalten nachts wieder ankamen, allerdings bei Regen und Kälte. Aber so war unsere gemeinsame Zeit in der Sonne natürlich noch mehr eine Erinnerung wert.
Danke Euch, meine lieben Mitreisenden, für die gemeinsame Kreation dieses wertvollen Moments – aus dem Alltag herausgelöst im Zustand des Seins -. Ihr habt die Wahrwerdung meiner Vision ermöglicht, an diesem besonderen Ort am Ende der Welt, mit besonderen Frauen, nämlich Heilerinnen, das Gleichgewicht zu zelebrieren. Zu feiern. Zu segnen. Ihr seid nun untrennbar mit diesem wichtigen Moment in und mit meiner Erinnerung verbunden.
Eure Monika – Wiborada Weiberrat
5 Kommentare
Renate Elsen
Für mich war es genau die richtige Zeit, Altes wirklich gehen zu lassen, um Veränderungen in meinem Leben jetzt freie Bahn zu ermöglichen, die es jetzt braucht. Meine Herzensschwester Monika (es gibt noch eine) ist die perfekte Gastgeberin, die aus ihren bescheidenen Umständen Zauberhaftes erschafft. Mit einer Portion Intuition und Forschergen, hat sie dieses kraftvolle Ritual vorbereitet und mit uns gelebt und erlebt.
Wir waren 4 Frauen, genau wie das generierte Bild zeigt. Super manifestiert. Und wenn 2 oder 4 in meinem Namen zusammenkommen…. Er war eben mitten unter uns, wie das Bild bestätigt.
Danke danke danke
elsench
Danke meine Herzensschwester für diesen wunderbaren Kommentar❤️
Angelika Elsen-Heck
Ihr Lieben,
wie kraftvoll, erdverbunden, mystisch, geschwisterlich und bezaubernd euer Ritual, eure Erfahrung und die Fotos von den verwunschenen Orten waren, hat mich sehr berührt. Eine wunderbare Wegzehrung für alle neuen Wege bis zur Sonnenwende und darüber hinaus.🌈
Danke, liebe Monika, für das Teilen deines mutigen Umsetzens deiner tiefen Weisheit. Angelika ❤️
elsench
Liebe Angelika
Dein Kommentar zeigt mir, wie sehr du bei uns bist. Ja, wir drei – immer schon ein gegensätzliches und verbindendes Gespann. Wir sind alle drei Heilerinnen und leben dies auch. Und gerade meine Schweestern – ihr beide, seid auch meine Retterinnen. 2004 hatte ich einen Traum, den ich nie vergass: Ich sah einen Teil meiner Seele wie einen Rauchfaden aus meinem Körper verschwinden. Kurze Zeit später sass ich in diesem Traum gefangen in einem Turm. Ihr beide kamt herangeflogen und nahmt mich mit. Seitdem verstehe ich, dass wir wohl schon seit unendlichen Zeiten miteinander verbunden sind und es kein Zufall ist, dass heute unsere Wege so intensiv – wenn auch nicht immer im Alltag – verwoben sind. Zu dritt sind wir unschlagbar – hhh.
Danke, dass ihr mich begleitet ❤
CreativeFlow
Your writing style is very engaging.