Meine Reise nach Albanien

30.08.-14.09.2025 – Erzählung

Womit fing alles an? Mmh. Vielleicht damit, dass ich ChatGBT gefragt habe, in welchem Land ich leben sollte. Mit den Kriterien: Nicht zu viel gemassregelt und verwaltet zu werden. Nicht zu viel gegängelt und zur Kasse gebeten. Nicht zu sehr in Sicherheitsmassnahmen zu ertrinken – für das eigene Wohlergehen…

Nun denn, nach meinem Wunsch nach Meer, Natur und einem relativ warmen Winter und meinem Wunsch nach einem NICHT-EU Land, spuckte ChatGBT Albanien raus ;-). Und das musste ich mir ja natürlich ansehen. Schnellstmöglich, denn Ende September würde ich in Fisterra meine Wohnung auflösen. Meine Sachen werden zwar in einem Lager verstaut, aber ich wollte doch das mögliche Ziel schon etwas genauer inspizieren. Es war weit…

Überraschenderweise hatte ich, abgesehen von zwei Sonntagsterminen im Enredando, wo ich Workshops für die Rückverbindung mit der Natur anbot, nichts mehr zu tun. Meine Freundin aus Berlin war gerade abgereist. Und waren die beiden Termine es wert, deshalb hier tagelang dazwischen herumzusitzen? Ich hatte keine einzige Anmeldung. Nein. Ich sagte sie kurzerhand ab.

Ein Freund von mir, Marco, ein französischer Künstler, teilte mir mit, dass auch er fahren musste. Zurück nach Hause. Ein Freund von ihm hatte einen Unfall. Und noch mehr fühlte ich mich alleine gelassen. Natürlich hatte ich noch meine lieben Nachbarn. Nicht nur Rosario, die Frau des Mechanikers, die mir täglich mit den Hunden begegnet und mit mir ihr Deutsch übt, besonders auch Cosimo, ein etwa 80-jähriger Italiener, der sich hier mit seiner einheimischen Frau Ramona zur Ruhe gesetzt hatte, lud mich gerne zu einem Kaffee oder etwas Stärkerem ein. Und auch Thor, ihr Hund, hatte mich ins Herz geschlossen.

Aber nein. Mein kleiner Berlingo war generalüberholt. Ich hatte so viel hineingesteckt und für die Raumnutzung herumgetüftelt. Mit sehr viel Liebe. Marco, Marion und ihr Sohn Viktor hatten sich ausserdem auf seiner äusseren Hülle künstlerisch verewigt. Marco mit einem Elfen (Elsen kommt übrigens von Erlen und Elfen ;-)), einer Calla-Blüte (die für die Ewigkeit steht) und Marion und Viktor mit Erlenblättern und der skizzenhaften Rekonstruktion der Sternenkonstellation, die wir hier über den Pinien gemeinsam (14.08.2025, um 6 Uhr morgens) beobachten durften: Die Konjunktion von Venus und Jupiter.

Ich hatte das Werk mit einer Triskele, Efeublättern und dem gemalten Namen «Wiborada-Weiberrat» auf der Heckklappe vollendet. Zum Schluss fiel mir sein Namen wie Schuppen vor den Augen ein: Er würde mein Begleiter auf meinen Reisen sein. Wohin es uns tragen würde? Wer konnte das wissen? Also war PASSEPARTOUT der perfekte Name. Wir waren nun bereit. Alle Beide. Also wenn nicht jetzt, wann dann?

28./29.08. Die letzten Vorbereitungen. Erste Testübernachtungen. Auf der zweiten am wunderschönen Praja do Rostro lernte ich die Holländer Judith und ihren Mann Gertjan kennen. Judith war eine gutaussehende, blonde und schlanke Mittfünfzigerin, er ein «richtiger» Mann, kahlrasiert, mit einer pregnanten Hakennase, die ihn aber nicht unsympathisch machte. Er hatte ihren Camper alleine ausgebaut. Mit jedem technischen Schnick-Schnack, den man sich denken kann. Ich war beeindruckt. Und beide waren gerade von ihrem Galicischen Landsitz, den sie in der Nähe ihrer Schwiegertochter und Enkelin gekauft hatten, unterwegs Richtung Süden. Einmal Ferien von den Ferien machen – hhh. Wir hatten einen wundervollen Abend. Die beiden luden mich zu einem Wein ein und wir tauschten uns rege aus. Mit mir hat man ja auch immer so sonderbare und interessante Themen – hhh.

Judith gab mir den Tipp mit der App Polarsteps, als ich ihr von meinen Reiseplänen erzählte. «Albanien? Wirklich? Alleine? Du bist aber mutig! Dann zeichne doch deine Reise einfach auf. Ich könnte dir dann folgen.». Mit der App könne man wunderbar seine Reise tracken und anderen zur Verfügung stellen.

Gesagt getan. Und am nächsten Tag ging es dann auch wirklich los. Nachdem ich noch den neuen Ölmessstab abgeholt hatte und Brot auf Vorrat gekauft.

31.08.2025

Ich dokumentierte fleissig meine Erlebnisse und Länder in dieser App. Hier der Link zu den einzelnen Tagen.

https://www.polarsteps.com/MonikaElsen/21206562-albanien/187846772-fisterra?s=f7bb061d-b551-4f50-802a-cad487fe5072

Ich habe viele nette Leute kennengelernt. Besonders Sarah mit ihrer Familie, die den Campingplatz Jungle Camping in Borsh betreibt.

Aber auch ein nettes Ehepaar aus Siebenbürgen, die seit ewigen Zeiten in Deutschland fuss gefasst hatten. Sie waren meine ersten Nachbarn auf dem Campingplatz gewesen und erinnerten mich sehr an Marianne, eine alte Freundin von meiner Mutter und ebenfalls aus Rumänien. Sie ähnelten sich nicht nur mit ihrer Aussprache, sondern sogar optisch…

Dort auf dem Campingplatz lernte ich auch Nico und seine Freundin Andrea kennen. Ein süsses junges Pärchen aus Tirol (Österreich). Er hatte einen verrückten riesigen 4×4 mit Dachzelt und einer Lampenpergola für seine Liebste hergerichtet. Es war so schön, ihre innige Verbundenheit mit liebevollen Kabbeleien zu beobachten. Auf der Rückreise begegnete ich ihnen überraschenderweise wieder – bei meinem Ziel in Montenegro und meinem dortigen Lieblingsrestaurant Kastel 2. Sie sassen dort beim Abendessen und die Wiedersehensfreude war gross.

Rückreise

Nachdem der Ölfilter notdürftig von einer albanischen Mini-Werkstatt geflickt worden war und ich nach einem Hineinspüren meiner widersprüchlichen Gefühle meinen ursprünglichen Plan, mein Auto zurückzulassen um im Oktober wieder zu kommen, verworfen hatte, machte ich mich Montagsmorgens wieder gemütlich auf den Weg zurück.

Bereits nach 100 km fing mein Auto wieder an zu stinken und zu qualmen. Die 20 Euro waren dann also in den Sand gesetzt. Immer noch presste sich Öl durch die Dichtung des Ölfilters. Jetzt erst kam ich auf die Idee, die Sachlage neu mit ChatGBT zu beleuchten. Ich hatte bereits das Wissen, dass der Ölverlust nicht tragisch sei, wenn genügend vorhanden wäre. Also kontrollierte ich akribisch den Ölstand. Konnte es anfangen zu brennen? ChatGBT hatte mich beruhigt. Wohl eher unwahrscheinlich, angesichts des Brennpunktes von Öl. Gut. Nun fanden wir gemeinsam heraus, dass wohl bei dem Ölwechsel in Fisterra zu viel Öl eingesetzt worden war. So viel, dass durch den Druck das Filtergehäuse samt Dichtung in Mitleidenschaft geraten war. Ich wickelte schliesslich Alufolie um den Filter und die darunter liegenden Teile. Das half. Aber nur kurz. Bei jedem Stillstand qualmte es wieder so stark vorne aus der Haube, dass ich Sorge hatte, man könne uns als «brandgefährlich» einstufen und herauswinken. Aber… niemand reagierte.

Tapfer überstand mein Passepartout weiterhin sämtliche Berge und steilen Anstiege – besonders in Albanien war die Höhenluft wohl noch kraftzehrender, und wir tuckerten mit 30 km/h die breiten Strassen hinauf, zum Leidwesen einiger anderer Autofahrer (LKW-Fahrer, Busse etc.). Die Sorge war ständig mit mir. Aber alles gut. Kaum Ölverlust. Und ich machte sehr oft Pausen. Sicher ist sicher.

Nach der Übernachtung in Montenegro auf dem Parkplatz von Kastel 2 (sehr zu empfehlen https://share.google/7j53d62vUoZsZbDPR), fuhren wir (Passepartout und ich) in einem Rutsch durch Bosnien-Herzegowina bis nach Kroatien zu Marko, einem Freund noch aus der Schweizer Zeit. Ich wollte wissen, was aus ihm geworden war, nachdem er damals mit unserer Hilfe noch vor dem EU-Beitritt die Schweizer Aufenthaltsgenehmigung erhalten hatte. Er hatte damals Karriere als Barkeeper gemacht. Unglaublich talentiert. Und oft hatte ich mit ihm über Kräuter gefachsimpelt, die er gerne zum Experimentieren nutzte, für seine extravaganten Cocktails.

Nun, er hat seinen Traum verwirklicht. Ein Labor – seine Hexenküche -, Abfüllanlagen und erste Kreationen, die er in einem Regal sehr professionell präsentiert, liessen mich applaudieren. Er ist noch am Anfang. Aber er hat schon unglaublich viele Hürden gemeistert – gerade mit den teilweise unsinnigen EU-Hygiene-Bestimmungen, die nur kosten und nichts bringen (ausser den Verkäufern von offiziellen Gerätschaften, wie einer Waage – nur weil sie ein bestimmtes Siegel vorweist, aber ansonsten überhaupt nicht brauchbar und viel zu klein ist. Hauptsache, man kann bei einer Kontrolle diese vorweisen. Ob sie genutzt wird oder nicht – egal…)

Abends fuhr ich noch weiter über die Grenze Sloweniens. Ich vertraute mich komplett GoogleMaps an – und zwar erst einmal mit Maut. Egal. Ich war müde. Und siehe da – wir waren schwups diwups durch Slowenien durch und in Italien. Beim ersten Rastplatz, der sich bot, hielt ich an. Ich war hungrig. Und müde. Es war versifft. Die Toiletten teuer. Jeder, der konnte oder wollte, pinkelte auf die Wiese hinter dem alten Toilettenhäuschen, das abgeschlossen war, und der Duft zog etwas herüber zu mir. Ich hatte aber selbst auch keine Lust aufs Bezahlen. Nur… ich war ja kein Mann… Also das Zelt herunterlassen? Auf diesem kleinen Parkplatz, an dem andere Autos dicht an mir vorbeibretterten? Irgendwann tat ich es einfach und sicherte die Zeltwände ab, so dass sie nicht durch den Windzug ein vorbeifahrendes Auto touchieren konnten. Sollten sie sich doch beschweren kommen! Ich tat ja niemandem weh. Und dann breitete ich mich an einem Picknickplatz mit meinem Trangia Kocher aus und briet Cevapcici, die ich mir unterwegs besorgt hatte. Dazu einen Tomatensalat und Brot aus dem kleinen Laden neben Markos Geschäft. Wenigstens wollte ich mich etwas verwöhnen. Und damit war ich versöhnt mit meinem Vagabundendasein.

Als ich dann alles verräumt hatte, meine Fenster verhangen und mein Bett ausgebreitet, fühlte ich mich wieder sicher und geborgen. In meinem kleinen Passepartout…

Ich war froh, dass ich die Maut in Italien bezahlte. Auch wenn wir nur mit 100 km/h pro Stunde unterwegs waren. Immer noch fühlte ich mich ein wenig aussätzig mit meinem so besonderen und alten Vehikel, als ich ein noch besondereres Gefährt entdeckte, deren Besitzer den gaffenden Zuschauern stolz zulächelten. Danach war ich auch wieder etwas stolzer auf mein kleines Zuhause, das alles hatte, was ich brauchte. Neben mir parkte kurze Zeit später ein unauffälliger Peugeot. Ich schaute kurz hinein und sah zu meinem Erstaunen, dass auf dem Beifahrersitz ein fetter Teddy festgeschnallt war. Die Fahrerin zeigte sonst keine Anzeichen, dass dies ein Scherz sein sollte. Ich grinste in mich hinein. Ja, hier würde ich nicht mehr so auffallen – hhh.

Wieder eine Nacht auf einem lauten, aber sicheren Rastplatz, entschied ich, ab Grenze Frankreich doch die Nationalstrassen zu fahren und nicht mehr Autobahn. Es war ja alles so einfach geworden mit GoogleMaps! Ein kleiner Freiheits-Baustein ;-). Nun, vor der Grenze ging es wieder berghoch. Ich war froh, dass ich noch die Autobahn nutzte. Schliesslich hatte man diese für den Schwertransport ja nicht so steil gebaut. Es endete bei einem Tunnel, vor dem ich in der Schlange stehen musste. Wieder rauchte mein Auto. Noch mehr als sonst? Mmmh. Ich machte es aus und jedesmal, wenn es weiterging, wieder an. Das half ein wenig. Der Frejus-Tunnel war lang. Fast 13 km. Und kostete mich 55,80 Euro. Jetzt hatte ich endgültig die Nase voll vom vielen Bezahlen müssen (auch der Sprit war in Italien sehr teuer. Am günstigsten übrigens in Slovenien (1.43) und in Bosnien (1.13). Mobilität ist halt Luxus!

Ich fuhr durch Frankreich durch und genoss die herrliche Natur. Auch Frankreich ist wunderschön. Aber leider EU – hhh. Gegen Spätnachmittag meldete sich meine Ölleuchte. Rot blinkte sie kurz auf, wenn ich um eine Kurve fuhr. Messen konnte ich nicht mehr. Denn der neue Messtab war wohl der Hitze zum Opfer gefallen und wieder abgebrochen (Sch… Material). Jetzt musste ich mich entscheiden. Es lagen noch weit über 1500 km vor mir. Und nun verlor der Berlingo wirklich mehr als die ganze Strecke vorher. Ich kam an einer Citroen-Werkstatt vorbei. Ok, das ist ein Zeichen. Ich wendete, fuhr hin und erläuterte mein Problem. «Wir müssen schauen, ob wir das Teil vorrätig haben. Dann wird es morgen früh. Ansonsten nächste Woche.» Es war Freitag. Mmh.

Ich baute auf mein Glück und suchte mir einen Stellplatz für die Nacht am Rand eines Feldes. Angrenzend war ein grosses Grundstück und irgendwann schaute der Besitzer neugierig über den Zaun. Ich sass gerade auf meinem kleinen bequemen Campingstuhl (den übrigens Regina, die in Fisterra einige Zeit gelebt hatte, mit mir gegen einen Dreibeintuhl getauscht hatte – danke dir noch mal), trank ein Bier und überlegte, was ich essen wollte. Als ich ihn sah, stand ich auf und entschuldigte mich für eine eventuelle Störung. «Kein Problem. Aber möchten Sie nicht lieber hereinkommen? Sie können Ihr Auto hier bei uns abstellen. Dann sind Sie sicher.» Ich konnte es nicht fassen. War das nur Freundlichkeit oder ein Hintergedanke? Er schien meine Sorge zu spüren. «Zum einen kommen dort an dieser schmalen Strasse viele Verrückte mit ihrem Auto entlang.» Es stimmte. Gerade eben war ein kleiner weisser Flitzer bei meinem Stellplatz um die Kurve gebraust. Vielleicht war das ja ein Alkoholpfädchen? Er fuhr fort: «Wir helfen öfters mal. Erst neulich haben wir zwei Deutschen bei der Reparatur ihres Fahrrads geholfen und sie blieben eine Weile bei uns.» Kurz darauf, als ich mich in dieses Wagnis begeben hatte, das keins war, stellte er mir auch gleich seine Frau vor. Eine junggebliebende Endsechzigerin mit roten Haaren und Sommersprossen. Wir verstanden uns gleich prächtig. Auch Jean-Ive war interessiert und weltoffen, wohl aber etwas ruhiger als seine Angetraute. Wir genossen einen Wein zusammen, den ich in Rioja erstanden hatte. Und sie luden mich für den nächsten Tag zu einer Dusche ein. Ich konnte mein Glück kaum fassen: Eine Dusche!!!!

Am nächsten Tag lernte ich ihre Enkelinnen kennen und nachdem ich die Zusage bekam, dass der Ölfilter da war und ich das Auto in die Werkstatt gefahren hatte, lud mich Marie-Noelle auch noch zum Mittagessen ein. Es roch schon wunderbar in ihrer Küche. Sie hatte Entenbrust (aus der Zucht ihres Bruders), leckere Salate mit Bulgur und rote Beete, gutes Brot und eine hausgemachte Mayonaise zubereitet. Als sie am kochen war, lukte Jean-Ive neugierig in die Töpfe. Ich musste lachen. Das erinnerte mich sehr an meine Kindheit.

Das Essen war köstlich. Und fast alles aus dem Garten. Als Nachtisch gab es noch Himbeeren. Ich hatte etwas beim Pflücken geholfen und dabei ihren wunderschönen Garten begutachtet. Sie hatte alle Kräuter, die mein Herz begehrt (Salbei, Rosmarin, Thymian und zwar Zitronenthymian!!! und Zitronenverbene*. Alleine dieser Duft macht glücklich).

Wir Frauen verabschiedeten uns schliesslich herzlich (nachdem wir noch festgestellt hatten, dass wir beide Steinbock mit Aszendent Waage waren – lustig). Auch Jean-Ive war freundlich, wenn auch wohl ein bisschen erstaunt über die schnelle Vertrautheit zwischen uns beiden Frauen. Es passte einfach alles.

Sie gab mir noch zum Abschied einen riesigen Strauss Kräuter mit und mein Auto duftete herrlich. Und gab mir den Tipp, doch einen Freund von ihnen zu besuchen, wenn ich wieder nach Marokko reisen würde. Das nahm ich mir fest vor. Und auch, dass ich sie 2027 wieder besuchen kommen würde, wenn ihr Wunsch laut meinen Karten (und Pendel) wahr werden würde…

Den Rest des Weges spulten wir zwei (Passepartout und ich) mit links herunter. Er war wieder repariert. Wir machten trotzdem noch oft gemütliche Pausen an schönen Plätzen. In Spanien wurde es wieder richtig heiss. Hier kam ich an der Tankstelle vorbei und machte dort kurz Pause, an der ich die allererste Nacht in meinem Berlingo geschlafen hatte. Damals im April… Als der Kühler noch kaputt war, ich immer Wasser nachfüllen musste und Passepartout gerade eine «Kupplungs-Reparatur-Kur» in Frankreich hinter sich gebracht hatte – hhh. Schräg, sich wieder daran zu erinnern…

Nun, diesmal suchte ich mir als letzte Übernachtung einen grösseren Rastplatz aus. Er war zwar voll mit LKW-Fahrern, aber ich ignorierte sie geflissentlich und machte einfach mein Ding. Ich wurde nicht einmal angesprochen. Perfekt.

Und mit dem letzten Schwung, und noch einmal Tanken, kamen wir abends um 7 Uhr in Fisterra an. Irgendwie freute ich mich wieder hier zu sein. Es riecht so schön nach Eukalyptus und Pinien. Und das Vogelgezwischter ist schon besonders. Es gibt hier sehr viele unterschiedliche Vögel. Wie Menschen – hhh. Und das Meer erst einmal?!…. Nirgends sonst ist es so schön wie hier…

Es wird wohl irgendwie ein wenig Heimat bleiben, egal wohin es mich als nächstes zieht.

Fazit

  • Der Fahrersitz ist top! Keine Rückenschmerzen trotz 12 Tagen Dauerfahren.
  • Alles ist trocken geblieben auf dem Dach! Trotz sintflutartiger Regenfälle in Bosnien!
  • Mein Trangia-Kocher hat mich in den unwirtlichsten Momenten mit Kaffee und Spiegelei versorgt!
  • Mein Bett ist der Traum! Ich habe mich immer sicher und geborgen gefühlt, wenn ich mich abends eingekuschelt habe. Aber dafür brauchte ich mein gutes altes Federkopfkissen und die -decke.
  • Feuchttücher sind Gold wert.
  • Ich bin ein Packmeister😅 – es hat nichts gefehlt und das umräumen zum Kaffeekochen, Bett ausbreiten, Kühltasche und Essen griffbereit halten wutde zum Schluss schnelle Routine. Aber zum Wohlfühlen (kochen und Waschen/Hygiene), muss ich mich etwas ausbreiten können, was ich eigentlich nie gemacht habe. Dafür habe ich aber auch nie einen Stellplatz bezahlt und ausgiebig die Raststätten genutzt. Es gibt Schlimmeres😄
  • Mein Sauerteig hat die zwei Wochen nicht überlebt. Er ist sozusagen auf mich sauer geworden… hhh. Kein Wunder. Die Kühltasche hielt immer nur ca. 10 Stunden. Dann musste ich sie mit etwas eiskaltem neu bestücken. Das habe ich nicht immer geschafft.
  • Zu viel Öl ist für ein Auto tödlich 😅
  • In Albanien ist der Benzinpreis am höchsten von allen sieben Ländern, die ich bereist habe. Man braucht Bargeld zum Tanken – Leke. Internet ist teuer (5,- Euro Sim Karte + 22 euro für 30 GB). Mein Campingplatz hat nur 10 Euro ohne Strom gekostet, ist aber nichts für grosse Camper).
  • Die Strassen in Albanien (aber auch in Bosnien-Herzegowina) sind mit vielen Schlaglöchern teilweise sehr abenteuerlich. Passepartout hat auch diese mit Bravour gemeistert.
  • Montenegro ist auch nett – man fühlt sich als Deutsche fast Zuhause – hhh.
  • Wieder viele nette Leute getroffen🥰
  • Tja und was kann ich mir selbst als Fazit sagen? Albanien ist schön, natürlich, wild. Man kann das Wasser noch trinken. Die Familie die ich kennengelernt habe, würde mich bei Niederlassungs- oder Reiseangebotsvorhaben unterstützen. Ich habe reingefühlt. Es wäre wieder ein Neuanfang, wie sonst irgendwo auch. Eine Option für später. In meinem Fall war es eine Reise zu mir selbst. Wie und wo möchte ich leben? Kann es nicht überall schön sein, wenn die Leute stimmen? Alle streben nach Geld und EU System. Sie möchten vorwärts, nicht zurück. Ich möchte zurück. Diesen Ort gibt es nicht mehr. Ohne Einmischung, Kontrolle, Willkür. Je ärmer ein Land, desto mehr wollen sie am globalen Irrsinn teilhaben. Ich selbst höre auf nach Ländern zu schauen. Ich suche weiter nach einer Niesche, in die auch ich passe und mich wohlfühle ohne mich eingesperrt zu fühlen. Und irgendwie ist dieser Weg spannend, lehrreich und spiegelt mir weiterhin meine Ängste und Sorgen, an denen ich mich abarbeite und immer freier werde. Nach Aussen und im Innen. Auf meinem Weg.

Danke, meine lieben Freunde in WhatsApp, dass ihr mich auf meiner Reise begleitet habt🫶

Länder

Spanien, Andorra, Frankreich, Italien, Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Montenegro, Albanien

*Zitronenverbene (Aloysia citrodora) wird hauptsächlich bei Verdauungsbeschwerden, Nervosität, Schlafstörungen und Erkältungssymptomen eingesetzt und ist für ihre beruhigende und verdauungsfördernde Wirkung bekannt. Echtes Eisenkraut (Verbena officinalis) hingegen ist ein traditionelles Heilmittel mit einer leicht bitteren und in größeren Mengen leicht toxischen Wirkung, das zur Behandlung von Entzündungen, Fieber, Husten und zur Förderung der Wundheilung dient. Zitronenverbene stammt aus Südamerika, ist also nicht heimisch. Trotzdem gehören sie zur selben Familie.

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